. und sie liebten sich doch: Lesbische Frauen in der Geschichte 1840-1985 Taschenbuch – 1. Januar 1991 Lesbian History Group Katharina Kappe Susanne Amrain Daphne

€11.86



Der Verlag über das Buch

Ist es wichtig, ob sie es taten? -

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde immer wieder große Mühe darauf verwendet, die Geschichte leidenschaftlicher Frauenfreundschaften zu vertuschen und zu leugnen. Die Autorinnen dieser Anthologie enthüllen, in welchem Maß die Lebenszeugnisse berühmter Schriftstellerinnen wie Charlotte Brontë, George Eliot oder Vera Brittain verschwiegen oder gewaltsam umgedeutet wurden.

Die Nachforschungen der Londoner Lesbian History Group erlauben wichtige Einblicke in die Netzwerke von Frauen, erkunden die Geschichte von »Femme« und »KV« und betrachten auch die Heldinnen der einst so beliebten Internatsromane in einem ganz neuen Licht.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Gedanke das Charlotte Brontë, augenscheinlich die Göttin des heterosexuellen Liebesromans, fast ihr ganzes Leben hindurch eine Frau liebte, und zwar auf ein Art, die wir heute als lesbisch bezeichnen würden, mag wie ein Schock wirken, doch gänzlich neu ist er nicht. Höchst bemerkenswwert ist, das E.F. Benson in seiner Biographie der Charlotte Brontë von 1932 ihre Beziehung zu Ellen Nussey als ‚einen Webfaden des Gefühls’ beschreibt, der ‚jahrelang die lebhafteste Farbe in Charlottes Leben brachte.’ Er bewertete sie, noch direkter, als ‚eine jener heftigen homosexuellen Verbindungen’ und hielt ‚den Schluß für begründet, daß sie sich während einer beachtlichen Zeitspanne ihres Lebens eher zu Frauen als zu Männern hingezogen fühlte.’ Sogar noch früher schrieb Vita Sackville-West, selbst Lesbierin, die eine Photgraphie Charlotte Brontës auf ihrem Tisch stehen hatte, in ihrem Tagebuch, daß die Briefe Charlottes an Ellen ‚schlicht und einfach Liebesbriefe’ seien und ‚wenig Zweifel daran ließen, wohin Charlotte wirklich tendierte.’ In seinem Buch In the Steps of the Brontë (1948) beschrieb Ernest Raymond Charlottes Gefühle für Ellen als ‚heiße Liebe und äußerste Leidenschaft’. Jedoch haben die beiden letztgenannten AutorInnen den Gedanken nicht weiter verfolgt, und E.F. Benson zieht den Schluß, daß diese Liebe schließlich durch die wenigen Monate der Ehe Charlottes mit dem Vikar ihres Vaters, Arthur Bell Nicholls, am Ende ihres Lebens also, ausgelöscht wurde.


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